
Das Uhrwerk eines Chronographen, künstlerisch betrachtet
Ein abwechslungsreicher Beruf für Mädchen und Jungen
Für technisch interessierte junge Menschen bietet der Ausbildungsberuf des Uhrmachers viele Möglichkeiten. Für die praktische Arbeit in der Werkstatt ist manuelles Geschick erforderlich.
Moderne Maschinen und elektronische Prüfeinrichtungen erweitern die Möglichkeiten von Auge und Hand. Sie helfen dem Uhrmacher die hohe Genauigkeit der Uhren zu gewährleisten. Uhrmacher denken und arbeiten in Tausendstelmillimetern.
Uhrmacher arbeiten an historischen Uhren, wie
auch an modernen elektronischen Uhren!
Uhrmacher übernehmen die Wartung und Reparatur von mechanischen, elektrischen und elektronischen Uhren. Sie müssen sowohl wertvolle antike Uhren zerlegen, reinigen und zusammensetzen als auch Einzelteile selbst herstellen. Moderne Armbanduhren, das sind Quarzuhren mit vielen Zusatzeinrichtungen, Funkuhren, Solaruhren aber auch immer mehr hochwertige Uhren, erfordern ein hohes Maß an fachlichem Wissen und Können.
Der Uhrmacher muß viele Metallbearbeitungstechniken beherrschen wie Feilen, Drehen, Fräsen, Bohren und Löten. Mit elektrischen und elektronischen Meßgeräten prüft er die Funktion von Uhrwerken und fertigen Uhren.
Der Uhrmacher ist ein Dienstleistungsberuf: Sein umfangreiches technisches know how bringt er in die Kundenberatung ein. Aufgeschlossen und geistig beweglich muß er die Fragen nach Umwelt- und Allergieverträglichkeit, nach modischen und technischen Besonderheiten von Uhren beantworten.
Fakten belegen Qualität und
Leistungsvermögen der Uhrmachermeisterbetriebe.
In die Handwerksrolle der Handwerkskammern in der Bundesrepublik Deutschland
sind 4.500 Uhrmacherbetriebe eingetragen, in die Lehrlingsrolle derzeit rd. 260.
Der Umsatz in traditionellen Facheinzelhandel mit Uhren und Schmuck betrug 1999
rd. 7,4 Mrd. DM. Ca. 25 % des Gesamtumsatzes entfallen auf Uhren, knapp über 10
% auf die qualifizierten Uhrmachermeisterwerkstätten, über 50 % auf
Edelmetallschmuck mit und ohne Steinbesatz, der Rest auf andere Warengruppen.

Schema eines Automatik Werkes
Berufsstart und Berufschancen
Die Berufsausbildung zum Uhrmacher dauert zur Zeit drei Jahre und ist durch eine Ausbildungsordnung geregelt. Die Ausbildung erfolgt durch erfahrene Meister, in deren Betrieben die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden können.
Der Berufsschulunterricht findet oft als Blockunterricht meistens in länderübergreifenden Fachklassen statt. Die zweite Möglichkeit der Ausbildung besteht durch einen Vollzeitunterricht in einer der Berufsfachschulen in Deutschland. Sie dauert ebenfalls drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung im Uhrmacherhandwerk ab.
Die beruflichen Aussichten für Gesellen und Meister auf dem Arbeitsmarkt sind sehr gut. Der Nachwuchs, der zur Zeit im Uhrmacherhandwerk ausgebildet wird, kann schon von der Anzahl der Ausbildungsverhältnisse her den Bedarf nicht decken.
Vielfältig wie der Beruf sind auch die
Entwicklungsmöglichkeiten.
Während in der Lehre eine Allround-Ausbildung im Vordergrund
steht, kann sich der junge Uhrmacher, die junge Uhrmacherin, je nach Neigung und
Voraussetzungen weiterentwickeln. Sie oder er entdeckt
die Liebe zum Restaurieren von historischen Uhren, ein fast unerschöpfliches
Betätigungsfeld.
In kleinen und mittleren Betrieben besteht eine enge Verbindung zwischen Werkstattarbeit, Kundenberatung und Verkaufstätigkeit. Der Wechsel von unterschiedlichen Arbeiten erfordert Beweglichkeit und Freude am Umgang mit Menschen.
Weiterhin ist eine Tätigkeit in der Industrie möglich. Die Fertigkeiten und Kenntnisse eines Uhrmachers, das Montieren und Justieren von Feinstmechaniken (z.B. medizinischer Apparatebau, Navigationssysteme u.a.) sind auch in artverwandten Berufen gefragt.
Aufstiegs- und Entwicklungschancen
Der Erwerb einschlägiger breiter Berufserfahrung in der Ausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterbildung der Uhrmacher. In der Regel strebt der junge Geselle nach drei Jahren Berufspraxis die Meisterprüfung an. Meisterschulen bieten ein umfangreiches Ausbildungsprogramm in fachlicher, betriebswirtschaftlicher und berufspädagogischer Hinsicht an.
Wer die Meisterprüfung abgelegt hat und
sich zutraut, die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg eines
Handwerksbetriebs selbst zu tragen, kann sich schon in jungen Jahren
selbständig machen. Viele ältere Uhrmachermeister suchen zur Zeit einen
Nachfolger für ihr Geschäft.
Meister haben aber auch die Möglichkeit, als Werkstatt- oder Abteilungsleiter
im Angestelltenverhältnis zu arbeiten.
Wenn jemand aber eine qualifizierte technische Laufbahn in der Industrie anstrebt, kann er nach zwei Jahren Berufserfahrung eine viersemestrige Ausbildung zum staatlich geprüften Feinwerktechniker machen. Eine weitere Qualifizierung über die Fachhochschule zum Diplomingenieur für Feinwerktechnik ist ebenfalls möglich.
Mit Kreativität und Fingerspitzengefühl
Uhrmacher sind gute Handwerker und kompetente Berater
Allen technisch interessierten jungen Leuten bietet der Uhrmacherberuf viele kreative Möglichkeiten. Unerläßliche Voraussetzung für die praktische Arbeit ist Fingerspitzengefühl. Moderne Maschinen und elektronische Prüfeinrichtungen erweitern die Möglichkeiten von Auge und Hand.
Uhrmacher übernehmen sowohl die Wartung und Reparatur wertvoller antiker Uhren als auch moderner Quarzarmbanduhren, Funkuhren und Chronographen. Hochwertige mechanische Uhren kommen in letzter Zeit immer mehr auf den Werktisch des Uhrmachers. Im Umgang mit den Zeitmessern muß der Uhrmacher viele Metallbearbeitungstechniken wie Bohren. Drehen, Feilen, Fräsen und Löten beherrschen.
Uhrenfachgeschäft und Werkstatt bilden ein Dienstleistungsunternehmen: Das umfangreiche technische know how ermöglicht eine individuelle Kundenberatung. Der Uhrmacher ist der kompetente Berater in technischen und modischen Uhrenfragen aber auch Fragen nach Umwelt und Allergieverträglichkeit muß er beantworten.